Bloc Party – HYMNS

Bloc Party sind wieder da mit ihrem Album HYMNS, das am 29. Januar 2016 erschienen ist. Die 1998 als Angel Rage gegründete Indie-Rockband hat ihr letztes Album „Four“ 2012 veröffentlicht, welches in Deutschland auf Platz 6 in den Charts einsteigen konnte und somit nach „A Weekend In The City“ 2007 ihr höchstplatziertestes Album war. Bis jetzt? Schauen wir uns doch mal HYMNS in der Deluxe Version an, die ich mir über Apple Music angehört habe. Den Link zum Album bei Apple, Spotify und Amazon packe ich natürlich in die Videobeschreibung. Während die normale Version des Albums mit der Standard-Anzahl von 11 Tracks aufkommt, ist die Deluxe Version noch um die vier Lieder „Eden“, „Paraiso“, „New Blood“ und „Evening Song“ erweitert. Mit einer Laufzeit von 65:01 ist die Deluxe Version also fast 20 Minuten länger als die Standard-Ausführung. Über den Sinn von bereits vor Release angekündigter Deluxe-Versionen mit zusätzlichen Liedern lässt sich natürlich streiten, vor allem in Zeiten, in denen Musik nicht mehr von Dateigrößen eingeschränkt wird. Allerdings würde ich euch schon alleine wegen „Eden“ dazu raten, die Deluxe Version zu kaufen beziehungsweise zu streamen. Das herrlich klackende Schlagzeug von Louise Bartle, die für Matt Tong übernommen hat treibt nicht nur den hallenden Gesang von Okereke und den klassischen Bass, der seit diesem Album von Justin Harris eingespielt wird, an, sondern auch die gut gesetzten Chorgesänge aus dem Synthesizer, welche auf dem ganzen Album immer wieder durchkommen. Wie ein Signature Sound von HYMNS also. Reverb auf der Stimme und ein allgemeines Gefühl von Echo ist so gut wie auf der ganzen Platte vertreten, „airy“, also luftig, würde ich auf Englisch dazu sagen. Andere Empfehlenswerte Songs sind „Virtue“ und „The Good News“, die genau diese sanfte und schwebende Stimmung einfangen, die sich durch die ganze Scheibe zieht.

HYMNS ist im Endeffekt aber kein Meisterwerk, auch wenn es sich sehr gut für einen entspannten oder verregneten Sonntagnachmittag eignet. Bloc Party kommen leider nicht an die Qualität früherer Alben wie „A Weekend In The City“ ran. Dies passiert durch Tracks, die besser als kurzes Interlude gepasst hätten. In ihrer jetzigen Form kommen vor allem bei ruhigeren Titeln wie „Exes“ mehrere Längen auf, die gerne einen Tick kürzer sein dürften. Einen Ohrwurmfaktor vermisse ich übrigens auch. Dennoch: Für Fans von Life Is Strange-Alt J-Kreativen-Musik ist das Album ein Must-Have. Oder zumindest ein Must-Hear.

HYMNS von Bloc Party bekommt von mir 6 von 10 Punkten.